Baubericht „Telecaster Jaglion“

Telecaster Jaglion Baubericht - Januar 2016
Ein neuer Bausatz aus dem Haus ML-Factory ist bei uns eingetroffen. Erneut eine Teleform...
als eines der ersten Maßnahmen habe ich die Ausmaße der Kopfplatte abgezeichnet und mit einem Flachbettscanner eingespannt. Die Außenlinien nachgezeichnet und einen Headstock eingezeichnet, welchen ich mir für die Jaglion, so nenne ich sie ab jetzt, vorstellen kann.
Das DIN A4 wurde dann auf ein Stück bessere Pappe geklebt und ausgeschnitten. Mit Sandpapier kann man dann die Konturen sehr genau nachbearbeiten bis alles 100%ig stimmt. Hier sollte man schon sehr genau arbeiten, ansonsten überträgt man Dellen, Wellen und Abweichungen auf den Headstock. Pappe mit einem Bleistift übertragen...
Grob mit der Stichsäge die größten Stücke abgeschnitten...
und mit dem Dremel nachgeschliffen...
Wie schon bei der Telecaster Thinline soll auch diese Kopfplatte an den Außenrändern eine Absatz erhalten...
Insgesamt soll die Form deutlich der Kopfplatte einer 72er Strat Deluxe angelehnt sein...
Der Absatz soll dann noch Optisch durch schwarze Clou Beize hervorgehoben werden. Wenn die Farbe TROCKEN ist, werden die Verläufe noch mal nachgeschliffen. Das geht da die Beize nicht solo tief ins Holz eindringt...
Diesmal sollte ja alles perfekt sein. Was mich am Hals der Thinline immer etwas gestört hat, war die Halsdicke. Diesmal wurde der Hals über seine gesamte länge runter geschliffen. Ich habe in der Mitte des ersten Bundes hier 19mm Halsstärke. Das ist Ibanez Niveau !! und zugegeben sehr dünn ...
Jetzt erst mal weiter mit dem Body. Wie man bei genauen Hinsehen erkennen kann, will ich diesmal den Body an der Stelle an der der Arm aufliegt, anschrägen...
Draufsicht auf den Body. unten die anzeichnen für das anschrägen und überdies erkennt man schon die anzeichnen für die Bierwampenaussprung auf der Rückseite der Klampfe...
Dieses Bild bedarf näherer Erklärung. Man sieht zum einen die Bierwampenaussparung. Das Original Loch des Jack´s, also der Klinkenbuchse werde ich verschließen. Es hat sich gezeigt, dass bei meinen Bedroom Recording Sessions, die 6,3mm Klinke immer auf der Matratze aufsitzt und ich mir über diesen Weg im laufe der Zeit den Jack versaue. Naja, oder Klinkenstecker oder Kabel. Wie auch immer, es knackt dann immer ordentlich im Gebälk und wer will das schon bei seinen Aufnahmen ? Später dazu mehr. Am Cutaway werde ich eine leichte Vertiefung, die sich zum Bodymitte hin erstreckt, einschleifen. Das hat eigentlich keinerlei Auswirkungen und ist nur ein Design Element. Im Bereich der Halsbefestigung wird wie verchromte 4 Loch Halsplatte, durch 4 schwarze Halsketten ersetzt werden. Um bei spielen in den höheren Bünden mit dem Handballen nicht auf die untere Ecke zu knallen, werde ich wie angezeichnet das Holz an der Stelle um die Hälfte der Materialstärke runter schleifen.
Hier ein Blick von frontal zum besseren Verständnis...
Und so sieht das ganze dann aus...
Auf diesem Bild siehst du die angeschrägte Halstasche mit den Vertiefungen für die z.Zt. noch Goldfarbenen Halsketten. Die schwarzen werden in den nächsten Tagen bei ML-Factory bestellt...
Das Original Loch für die Klinkenbuchse, wird gleich geschlossen...
Das ist die Alternative. Das Holz wurde an der Stelle ausgeschnitten und ein neues Loch zur Aufnahme der Klinkenbuchse reingebohrt...
So kann man es vielleicht noch besser erkennen...
Der Hals wurde mit dem Body verbunden. Zwei Mechaniken eben locker an die Kopfplatte geschraubt und mit der tiefen und der hohen E Saite wird der gleiche Seitenabstand, oder sollte ich schreiben "Saitenabstand" am Hals links und rechts ausgerichtet. Die Mensur der Gitarre ist gleich der von Fender, also 648mm. Der Gibson ähnliche Stoptail Piece von Wilkinson (auch bei ML-Factory gekauft) stellt das andere Ende da. Momentmal...Fender Teleform + Gibson ähnliche Tune-O-Matic Bridge bzw. Stoptail Pice + Fender Start Deluxe Headstock ?!?...
Ja genau ! es wir ein Hybrid und so erklärt sich auch der Name "Jaglion" und jetzt mal eben einen weiteren Tab aufmachen und google mal den Begriff 😉 ...
So soll sieh nachher aussehen. Allerdings werde ich diesmal den Body nicht lackieren sondern mit schwarzen Leder beziehen...
Die Bohrlöcher für die Einschlaghülsen werden vorgestochen....
In meinem Fall handelt es sich um 12mm die die Einschlaghülsen haben. Beide sind gleich im Durchmesser und sind 2cm lang...
Die ersten Löcher sind gebohrt und die Bohrlöcher vertieft. Damit die Saitenhöhe nicht von Anfang an zu hoch sind und ein justieren überhaupt möglich ist, muss unter der Tune-O-Matic und unter dem Stoptail-Piece, dass Holz um 4mm vertieft, ausgespart werden. Die beiden Längsrillen die auf diesemBild zu sehen sind hatten die Aufgabe, die Naht des an der Stelle zusammen genähten Leders aufzunehmen, damit sich das Leder nicht aufwölbt. Allerdings wurde dieser Plan verworfen und die beiden Längsrillen auf der Body vorder und Rückseite wieder zuggespachtelt...
Hier sieht man die Nähte. Dieses Stück Leder kam so aber nie zum Einsatz. Es hat sich gezeigt, dass es unglaublich schwierig war das Leder gleichmäßig auf die Klampfe zu bringen ist...
Eine Schablone aus Zeitung wurde angezeichnet....
Und das Leder neu ausgeschnitten...
Das Holz des Bodys wird mit Kleber eingestrichen. Schön kann man hier die beiden Vertiefungen unter der Bridge bzw. unter dem Saitenhalter sehen... Bald gibts weitere Bilder - Coming soon !
und so ungefähr sollte dann das ganze dann aussehen. Da der Kleber aber sofort wie Hölle packte, war es beinahe unmöglich die Naht des Leders vernünftig in der Kerbung laufen zu lassen. Nein! alles noch mal runter und die Fräsung ausspachteln.
Der Body wurde wieder eben gestalltet und neues Leder aufgeklebt. Damit man Faltenfrei um die Ecken und Rundungen kommt, wurden das Leder hier mit einer Zange über die hälfte der Gitarrenbreite gezogen (gezwickt) und mit einem Nagel festgehalten.
Besser geht das wenn man das Leder vorher mit einem Lederweicher feucht macht. Unter den Nägeln wurde dann neuer Kleber eingeführt und nach kurzer Ablüftphase verschloßen.
Übrig blieb ein kleiner Spalt. Die erste Idee war es, diesen von Hand zuzunähen....ein Hoffnungsloses Unterfangen.
Okay, eine neue Idee musste her. Also Leder aufrauhen, Ränder abkleben und aufspachteln.
Es wurde aus etwas stärkerer Folie eine Schablone gefertigt. Durch die Transparente Folie konnte man sehr gut erkennen, wo genau das Leder aufgeraut war und wie später der Lederstreifen verlaufen muss.
Hier eine weitere Ansicht...
Nachdem der Lederstreifen ausgeschnitten war, wurden die Ränder noch geschärft. Heißt, das Leder wird zu den Kanten hin, möglichst auf Papierstärke mit einem scharfen Messer entfernt, damit die Übergänge zwischen den Streifen und dem restlichen Body möglichst nicht erkennbar sind.
Jetzt erst ma Gitarre putzen...mit Schuhcreme. Interessant, interessant....
Die Montage der Gitarre beginnt...
Halstasche und Pickupfräsungen bzw. auch das Elektrofach werden ausgeschnitten, die ersten Schrauben finden ihren Platz
Der Versuch das Massekabel an die Brücke zu löten mißglückten. Das Lötzinn packt nicht stark genug, so das sich das Kabel beim Versuch das Kabel durch die kleine Bohrung ins Elektrofach zu fummeln, immer wieder löste. Abhilfe hier, dass Kabel einfach etwas länger abisolieren und mit einer Schraube von unten an der Brücke befestigen. Kleiner Tipp. hier passt in der Wilkenson Rollerbridge wunderbar eine PC Gehäuseschraube rein.
Das Schlagbrett wurde auf Transparenter Folie abgezeichnet und die Umriße und Pickup Aussparung auf das neue Material übertragen.
Hier eine weitere Ansicht...
Aus dem gleichen Material wurde ein "Pickup holder" geschnitten. Wir erinnern uns, im Orig. wird der Steg Pickup von der Telecaster Brücke umfasst. Das Brückensystem der JAGLION kann das nicht und somit musste eine Idee her...
Der Stegpickup bekam noch einen Staubschutz. Ein Dichtband das via Heißkleber einmal um den Pickup gekelbt wurde, damit später ein Staub zwischen den dem Pickup und der Pickupfräsung gelangen kann...kann man aber auch locker weg lassen 😉
So, der Esmour Duncan hat seinen Platz gefunden...
Die Elektronik wird zusammengelötet...
Saiten drauf, alles einstellen und ausrichten und sie erklingt zum ersten mal. Der Tuner tut seine Arbeit. Dir Mechaniken laufen Butterweich. Der Sound gefällt, aber ich finde bestimmt noch einen Punkt den man optimieren kann...
So im Nachgang zeig ich Dir hier noch mals ein paar spezielle Bilder. Hier siehst du Bohrungen in dem "Bodygegenstück". In diese Bohrungen kommen dann Magnete. Der Body selber hat unter der Lederpelle ebenfalls an der selben Stelle Magnete. Dieses "Bodygegenstück" wird, wenn die Magnete in den Bohrungen eingelassen sind, ebenfalls mit Leder verkleidet. Das fertige "Bodygegenstück" wird dann einfach unter dem Body geclipst und erhöht die Jaglion um das Stück, dass mir immer fehlte und ich durch mein Fuß anheben ausgleichen musste.
So ungefähr muss man sich das Vorstellen...
Hier "kleben" die Magnete unter der Gitarre um herauszufinden, wo sie sich genau befinden.