Baubericht : „Les Paul Nachbau – 12 Saitig“

Viel Spaß mit dem Baubericht. Mehr Bilder findest Du in unserer Galerie.
Okay, fangen wir an! 😀 Eines ist jetzt schon auffällig: Das Loch in der Halstasche. Ich vermute, dass die Korpusse in der Fabrik an einer Art Fleischerhaken transportiert und/oder lackiert werden. Bei mir muss das Loch jedenfalls weg!!!
Also erst mal mit einem 10er-Bohrer aufbohren und dann mit einem 10er-Holzdübel und Holzleim verschließen. Den Dübel bitte nicht zu tief einführen. Nur so tief das er auf der Halstaschenseite bündig mit dem Korpus abschließt. Dann spart man sich auch das Abhaspeln in der Halstasche.
Der Dübel sitzt!
Hier mal die Gitarre nur zusammengesteckt. Ein besonderes Augenmerk lenken wir geschmeidig auf den mitgelieferten "Tailpiece". Mir persönlich ist das zu viel "Gedöns".
Und so stell ich mir das später vor. Zu diesem Zweck habe ich mir einen Göldo-Stop- Tailpiece, mit insgesamt 12 Löchern, für ca. 13€ bestellt. Besser!
Da haben wir die Kopfplatte und mir persönlich gefällt das so nicht besonders. Irgendwie sieht es mir zu Prinzessininhaft aus mit dem "Krönchendesign"
Zum Glück gibt´s ja noch den Bruder mit seiner Paula und darum wird mal eben schnell die Kopfplatte auf ein dünnes Stück Pappe abgezeichnet.
Und übertragen.
Dieses Foto kann einen leicht verwirren und darum muss ich das mal ein wenig erklären. Also, in der Rechten hälfte des Bildes sehen wir die Ausfräsung für den Hals, also die Halstasche und die sind verrundet. Links im Bild sehen wir den Hals von unten und sehen das sie nicht wirklich verrundet sind. Also erstmal unterschiedlich, die untere Ecke noch mehr wie die obere, aber eben nicht so rund wie die Halstasche ist. Fazit ist dadurch, das wenn man den Hals in die Halstasche einführt, die Ecke aufstoßen und der Hals nicht bis zum Ende reinrutscht. Es entsteht eine 3-4mm gros Lücke zwischen den Bauteilen. Also eine Raspel in die Hand genommen und die Ecke abgeraspelt.
Im linken Pickupfach sieht man deutlich den Fräskanal zwischen dem Elektrofach und dem 3 Wege Schalter. Das rechte Pickupfach ist isoliert, soll heißen, es gibt keine Möglichkeit ein Kabel vom Pickup irgendwo hin zu leiten. Schon seltsam oder?
Hier mal ein Bild das das Elektrikfach zeigt, mit dem Eingang bzw. Ausgang des Kabelkanals.
Und hier das Fach für den 3 Wege Schalter, ebenfalls mit der Gegenseite des Kanals.
Und hier das Fach für den 3 Wege Schalter, ebenfalls mit der Gegenseite des Kanals.
Leider findest man hier auch wieder, wie bei jedem Bausatz, Macken und Dellen.
Alle Kunststoffteile werden auch bei dieser Gitarre durch Stahlelemente ersetzt. Hier liegen sie schon bereit um im nächsten Arbeitsgang mit Grundierer eingesprüht zu werden. Der Aufmerksame Leser wird hier feststellen das auf dem Bild zwei Halsstababdeckungen liegen aber der Rythm/Treble Ring vom 3 Weggeschabter fehlt. Das kann nur bedeuten das Du weniger getrunken hast, wie ich beim lackieren 🙂
Und eine halbe Stunde später sind sie gelb.
Das Projekt "LP 12ender" konnte heute endlich weiter verfolgt werden. Ich habe mir überlegt, von meinem üblichen vorgehen, abzuweichen und erst mal alles zusammen zu bauen und erst dann, alles hübsch zu machen. Das Bild rechts zeigt den eingespannten Hals im Schraubstock. Nicht vergessen etwas dazwischen zu legen, sonnt gibts ein blödes Muster im Hals...
mit einer Eisensäge, also mit einem feinen Blatt, konnte ich dann ein Stück vom Griffbrett entfernen. Erst von oben und anschließend von der Seite...
denn Sattel selber musste man von unten auch noch ein wenig in Form bringen. Mit einem Tropfen Heißkleber wurde der Sattel nur geheftet. Schließlich möchte ich ihn später noch einmal entfernen können...
sitzt der Sattel können wir uns um die Mensur kümmern. Alleine über die Mensur könnte man ganze Romane schreiben aber keine Angst, ich mach es ganz kurz. Als die Mensur bezeichnet man die Distanz, in der die Saite schwingt. Somit, vom Auflagepunkt der Saite am Sattel, unmittelbar vor dem Griffbrett BIS zum Auflagepunkt der Saite auf der Brücke. Eigentlich sind es bei Les Paul Klampfen somit 628mm die unsere Saite schwingen darf. Und tatsächlich, vom Sattel zum höchsten Punkt des 12ten Bundstäbchen waren es Haargenau 314mm !
zwischendurch mal eben den Kabelkanal gebohrt der noch fehlte. Die Bleistift Anzeichnungen auf der Zarge, zeigen die gedachte Weiterführung des schon vorhandenen Kanals. So konnte ich ermitteln wie ich bohren muss um am Ende das Kabel vom Hals oder Neck Pickup zum Elektronikfach führen zu können...
und TREFFER ! das Pickup Kabel konnte einfach durchgefädelt werden. So hatte ich mir das vorgestellt
so, jetzt wird es Zeit den StopTail in die Gitarre zu basteln. Hier noch mal ein Bild von dem Gölde mit seinen 12 Löchern
das hier die Pickups schon eingeschraubt sind, erweist sich ein paar Minuten später als klar falsch. Aber der Reihe nach. Man sieht auf dem Bild links die 11mm Löcher zur Aufnahme der Einschlaghülsen und in dem oberen Loch habe ich schon mal eine solche Hülse noch lose eingesteckt. Die Einschlaghülse hat dabei einen Durchmesser von 12mm. Gleich kommt die harte Seite des Gummihammers und dann guckt da nix mehr raus.
Den Hals vor dem nächsten Schleifgang feucht abwischen. Die Holzfasern stellen sich auf und nach einem weiteren Schleifgang mit 400er Schleifpapier ist der Hals schön glatt und vorbereitet für das Holzöl.
Vorbohren der Löcher zur Befestigung der einzelnen Mechaniken. Auf diesem Bild mit einem 1,5mm Bohrer.
Die Mechaniken werden nach Augenmaß ausgerichtet und die zu bohrenden Löcher angezeichnet und JA (!) die rechten Mechaniken sind hier links und die linken auf rechts. Die nächsten Bilder erklären warum.
Hier sieht man wie es aussehen würde wenn ich die Mechaniken richtig herum montiert hätte. Zu beachten ist der Abstand von der ersten Mechanik oben zum Ende der Kopfplatte bzw. der letzten Mechanik zum unteren Ende der Kopfplatte.
Hier sind die Mechaniken verdreht herum. Auch hier achten wir wieder auf die Abstände. Was man sehen kann ist, werden die Mechaniken vertauscht montiert, ergibt sich daraus ein harmonischeres Bild. Die Aufteilung ist einfach Homogener.
Ich habe mal eine Mechanik geöffnet und siehe da, die Mimik läuft komplett trocken. Zwei Tropfen Öl, in meinem Fall Balistol und die Mechaniken laufen deutlich geschmeidiger.
der nächste mumifizierte Hals liegt auf dem Behandlungstisch. Schließlich wollen wir das Holz vor dem Edelstahlputzmittel schützen mit dem als nächstes die Bünde poliert werden.
Kopfplatte grundiert
Kopfplatte lackiert
Der Hals und die Kopfplatte sind fertig vorbereitet. Alles strahlt und glänzt und ich freu mich schon auf diese "Zirkus-Gitarre"
eine weitere Ansicht
die Macken und Dellen habe ich mit einer Kunstharz Spachtelmasse ausgebessert. Nach dem aushärten kann diese dann geschliffen und lackiert werden.
Mit der Platte und einem Bleistift kann man genau ermitteln wo an der Gitarre später die Löcher für die Schrauben sitzen sollen. Dann die Löcher vorbohren und die Schrauben eindrehen. Aber bitte vorsichtig und den Hals dabei ausgerichtet (!) stark festhalten. Die Spitzen der Schrauben drücken sich dann in den Hals und dienen uns als Markierung für den nächsten Arbeitsschritt.
Die Markierungen dann vorbohren. Jetzt können wir den Hals mit dem Body verbinden.
Jetzt können wir die Löcher für den Hals auch vorbohren.
Mit einem Finetape extra für Lackierarbeiten wird das Bindung immer und immer wieder vor den unterschiedlichen Lacken geschützt. So eine Rolle von 55 Metern kostet gut und gerne dann mal 8€
Gitarre angeklebt. Die Grundierung kann kommen
Gitarre grundiert
Der Rücken in Lichtgrau lackiert
Die Original Ziffern habe ich mir im Internet als Font gezogen und in Form der Zahl 72 ausgedruckt. Wer jetzt gut überlegt kann erahnen in welchem Jahr ich geboren wurde 😀
Die Zahlen wurden ausgeschnitten und auf einer dünnen Pappe übertragen. Mit dieser Schablone und einem Folienstift wurden dann die Zahlen auf eine selbstklebende Folie übertragen.
Vor dem auflackieren der Zahlen bitte immer alles gut abdecken. Der Sprühnebel findet seinen Weg und man läuft Gefahr sich im Kreis zu drehen. Vorne lackieren - hinten lackieren - vorne lackieren -hinten lackieren etc.
Ausgeschnitten kann man erahnen wie es später aussehen wird
Und das ist das Ergebnis bis jetzt. Leider ist an der ein oder anderen Stelle trotz Folie, Lack auf dem Body gekommen. Halb so schlimm, dann entfernen wir dieses eben wieder mit Schleifpapier.
Apropo Schleifpapier. Jede (!) Farbe wurde 3-4 mal auflackiert. Immer mit Zwischenschliff und immer mit den Körnungen 2x320er und 1-2x400er.
Der Stern nach dem übertragen
Hier sieht man das Hoheitszeichen als Ausgedrucktes Muster und als Folie.
Die Seiten in einem Babyblau und die erste Schicht Weiß als Untergrund für das US Hohheitzeichen. Das Tape wurde für dieses Bild entfernt

 

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