Baubericht : „Fender Telecaster Thinline Nachbau“

Telecaster Hollowbody ML-Factory Selbstbau
Fangen wir an. Ahorn Hollowbody, Floyd Rose ähnliches Tremolo, cremefarbenes Binding (dünn), Palisander Griffbrett, Hardware in schwarz, Medium Bünde, 648mm Mensur, 1 x Volume - 1 x Tone, 2 Humbucker und 22 Bünde,...22 Bünde ? wir zählen noch mal nach, nanu ?! es sind 24 Bünde und ehrlich ?! Hey, dass gefällt mir gut. Erstmal wird alles zusammen gebaut. Wichtig, bis zur letzten Schraube ! Nur so kann man Fehler erkennen und beheben bevor es ans aufhübschen geht.
Auffällig ist das in den Schalllöchern das Holz recht grob gehalten ist. Aber mit dem entsprechenden Schleifmittel wird's bald besser aussehen.
Naja, ehr unschön diese "Verstärkung" für die Verschraubung der Elektrofachabdeckung. Was soll´s. Am Ende wird die Abdeckung alles...abdecken und dann soll es mich nicht mehr interessieren.
Eine Maßnahme die ich auch schon bei der Tree of Life gemacht habe, ist das einkleben der Tremoloarmhüle mit Schraubenkleber bzw. Loctide.
sieht schon ein bisschen komisch aus, dieser Lupeneffekt aber so kann man besser erkennen wie es nach dem einkleben aussieht.
Beim zusammenbauen fallen die ersten Dinge auf. Alle Schrauben sind dabei, fast jede Bohrung ist richtig uuuund die Humbucker haben eine Einbaurichtung. Auf dem Bild sieht man, dass die zwei Linien auseinander laufen. Links davon, also dort wo der Pickuprahmen dicker ist, liegt unser Hals. Rechts gehts richtung Tremolo.
Im Set liegt auch eine Halsstababdeckung dabei... Why ?! erstens hat die Orig. Fender auch keine und wie man auf dem Bild erkennen kann, ist die Kopfplatte an dieser Stelle leicht konkav, die Platte aber gerade. Der blue Pfeil zeigt auf die Schutzfolie.
Eine weitere Auffälligkeit beim zusammenbauen deckt sich auf. Ist die Kralle für die Tremolofedern eingeschraubt und versucht man dann die Abdeckung aufzuschrauben, stobt der Deckel auf die Kralle auf. also hier noch mal nachbohren oder die Schrauben Richtung Body drücken. Ich entscheide mich für das erste.
Diesmal wird gebeizt. Gewünscht wird eine Blaue Transparenzbeize. Den Body von hinten in einem helleren Naturbraun Ton und auch den Hals. Zum "Anfeuern" der Maserung habe ich Zusätzlich noch Schwarz besorgt. Den Grünton verkneife ich mir mal lieber. Die Test´s waren nicht so prall.
Die Kopfplatte im Original mit Gruselfaktor. Igitt !
Zur Auswahl stehen hier die Original Telecaster Form, Die kleine und die große Stratocaster Form.
And the winner isss...die gute normale Stratocaster Kopfplatte. Dieses Muster habe ich mir aus dem Internet gezogen und 1:1 ausgedruckt. das Papier dann einfach auf ein stärkeres Stück Papier oder Karton aufkleben und ausschneiden inkl. nachberabeiten. Wie genau das am besten geht, kannst Du unter "Tipps & Tricks" hier auf frankensteins-braut.de finden.
Die Form ist übertragen. Die Schraffierung deutet an was ich mit der Kopfplatte zusätzlich vor habe. Es soll eine Aussparung entstehen, die dann noch eingefärbt werden soll.
Nachdem alles zusammen gebaut wurde, inklusive Saiten, konnte ich festhalten, dass die zufällige gefundene Höhen der Schrauben, 14mm ist. Diese Info ist für das spätere zusammenbauen noch wertvoll.
Damit sich die Holzfasern aufstellen und es später beim schleifen zu glatteren Ergebnissen kommt, wird der Body eben abgeduscht. Wir reden hier aber wirklich nur von 10 Sekunden und das überschüssige Wasser sofort bitte mit einen Tuch abwischen.
Die Schalllöcher wurden nach dem schleifen in Kirsche gebeizt.
Jetzt wird geschliffen. erst mit 80er, dann mit 120er, 220er und zu guter letzt mit 400er Schleifpapier (ACHTUNG : Zusatzinformationen vier Bilder weiter beachten). Der Schleifklotz tut hier gute Dienste und ich ärgere mich, dass ich diesen nicht schon viel früher gekauft habe. Hier sollte man nicht zu sehr drücken. Auch das schleifen kann man übertreiben. Die Sperrholzplatte hat 3 Schichten. Schleift man zu stark, kann es passieren das man in den "Leim" kommt. dann sehen Beizungen nur noch schrecklich aus.
Alle 2-3 Minuten den Schleifstaub gründlich entfernen. In meinem Fall habe ich eine Bürste für diesen Job ausrangiert. Es geht aber auch ein Handfeger, Tuch, Pinsel etc.
Das Holz nochmal mit einem festen Schwamm und klarem Wasser abwischen, damit die Beize gleichmäßiger in Holz einzieht. Die Beize zügig mit einem Pinsel oder Schwamm auftragen. Vorher die Schalllöcher z.B. mit Küchenrolle verschießen und 2-3 Minuten einwirken lassen.
Die Überschüssige Farbe nach der Einwirken abnehmen. Bitte immer Einweghandschuhe tragen. Diese bitte öfters wechseln. Gerade dann, wenn man den Body in die Hand nehmen möchte. Ist dann noch Farbe an dem Handschuh ärgert man sich, Achtung Wortwitz, SCHWARZ ! wenn etwas auf die Stellen kommt, die eigentlich nicht eingefärbt werden sollen.
Nach dem schwarz beizen, wurde die Farbe wieder mit 220er und 400er Schleifpapier entfernt. Übrig bleibt das Streifenmuster, also die Stellen die Weicher sind und in die die Farbpartikel tiefer absinken konnten. Hatte ich nicht geschrieben das man nicht zu stark schleifen darf ?!...tjs und genau dieser Fehler ist bei mir aufgetreten. die Pfeile markieren die Stellen wo ich durch die erste Schicht durch geschliffen habe. Somit kann mein Tipp nicht mehr sein, dass man mit 80er und 120er Schleifpapier arbeiten sollte. Fangt besser gleich mit 220er an. Die gleichen Pfeile finden wir gleich, im übernächsten Bild wieder.
ist die Beize noch feucht, verhält sie sich wie Wasserfarbe im Kindergarten. Die Farben laufen in einander. Aber dazu später mehr. Hier jetzt erstmal der Body von hinten. Noch ist er mir ein Level zu hell und wird noch ein zweites mal gebeizt.
Hier also jetzt die Gitarre in blau. Die Pfeile kennen wir ja bereits. Da krieg ich schon wieder nen Kackreiz auf der nach oben hin offenen Richter Skala !!! Zur Zeit denke ich über einen Burst Effekt nach um das ganze zu übertünchen....
Nachdem ich mir ja leider den Body versaut habe, musste nun eine Lösung her. Damit ich es ein wenig besser visualisieren kann wie das ganze mit Burst Effekt aussehen könnte, habe ich den TCT Kisekae benutzt. Ihr findet dieses Online Programm bei mir unter Links. Das entsprechende F-Loch gibt es zwar nicht, auch kann man damit die Seiten sich nicht anders farbig darstellen lassen, aber das was ich sehe stimmt mich zufrieden.
hier ein Bild mit den ausgepinselten Ausfräsungen. Natürlich sind die Humbucker Aussparungen ebenfalls mit dem Acryllack - Graphitpulvergemisch ausgepinselt worden.
Zum ersten mal habe ich von der Firma Clou den Schnellschleifgrund eingesetzt. Ich muss sagen das ich mehrfach begeistert von dem Zeug bin. Dadurch das man diesen Porenfüller aufträgt und anschließend mit 220er Schleifpapier verschleift, sinkt beim lackieren der Lack bzw. die Farbe nicht so tief ins Holz ab. Die Poren des Holzes sind somit nicht mehr so deutlich sichtbar und es kommt zu einer glatteren Oberfläche. Da die Tele letztendlich aussehen soll als hätte Satan höchstpersönlich sie glatt geleckt, war das Zeug die beste Investition.
So sieht die Gitarre nach dem Überzug mit dem Schnellschleifgrund aus. Der Porenfüller wird einfach mit einem breiteren Pinsel, in meinem Fall so um die 40mm breit, aufgestrichen und eine gute Stunde trocknen gelassen.
Sobald man es schleift wird die ganze Oberfläche sehr staubig. Hier wurde 220er Schleifpapier benutz.
Die ersten drei Schichten Klarlack sind aufgetragen mit jeweils 2 Stunden Trockenzeit dazwischen. Jetzt wird nass mit 400er Schleifpapier geschliffen.
Das Bild zeigt die Gitarre nach dem ersten Schliff und nach der ersten, nächsten Schicht Klarlack. Zwei weitere Schichten Lack werden folgen und dann geht es nass mit 600er Schleifpapier weiter.
Dead note gefunden. Legt man einen Finger auf eine Saite in einem Bund, sollte die Saite beim anspielen frei schwingen können. Tut sie das nicht, kommt es zu unschönen Soundartifakten. Die Saite sirrt und klingt ein wenig kratzig. Auch der Sustain leidet. Das liegt daran, dass die Saite beim schwingen an irgendeinen Bund kommt. Bitte spielt jeden Bund und jede Saite an. Klingt es schepperig, ist im Regelfall der ÜBERNÄCHSTE Bund der Übertäter. Mit einem Edding markieren wir hier das Bundstäbchen für die spätere Bearbeitung. Die grünen Pfeile deuten darauf hin, dass alles okay ist und das hier der Bund nicht abgerichtet werden muss.
Da der Hals und der Body der Gitarre von hinten gleich bis ähnlich aussehen sollen, wurde dieser Hals auch gebeizt.
So langsam wächst das Projekt in die richtige Richtung. Hier sieht man die Aussparung an der Kopfplatte und diese bereits eingefärbt. Die restliche Fläche wird noch Blau eingefärbt und anschießend wird die Kopfplatte lackiert und der Hals geölt.
Telecaster Schaltung
Telecaster Schaltung 3-way
Diese Schaltung ist in der Tele zum Einsatz gekommen.

 

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